Woher kommt eigentlich das Telefon?

Wer einem anderen etwas mitteilen möchte, geht heute völlig selbstverständlich zu seinem Telefon wählt eine Nummer, meist aus dem Telefonbuch des Apparates oder mit dessen Kurzwahlfunktion und ruft seinen Gesprächspartner einfach an.

Doch woher kommt das Telefon eigentlich? Und wie hat es sich seit Erfindung entwickelt?


Einen Teil der Entwicklung bis zum heutigen Stand der Technik hat sicher jeder mitverfolgt, und viele werden sich noch gut an die grünen und orangen Telefone mit der runden Wählscheibe erinnern, die auch heute noch einige ältere Menschen nutzen. Ein schurgebundenes Telefon hatte sicher auch fast jeder eine Zeit lang und nutzt im Büro vielleicht noch immer eines, da diese dort auch heute noch sehr verbreitet sind. Zuhause hingegen nutzen die meisten Menschen inzwischen kabellose Geräte.

Die ersten Versuche ein Fernsprechsystem zu gestalten stellte Samuel Moreland bereits 1670 an, scheiterte hierbei jedoch innerhalb kürzester Zeit. Auch etwa 100 Jahre später, als die Idee erneut aufgegriffen wurde, brachte sie wenig Erfolg, verhalf allerdings zumindest der Dampfschifffahrt zu einem Kommunikationsmittel. Hier wurden diese Sprachrohrleitungen viele Jahre genutzt, bis sie von Funkgeräten abgelöst wurden.

Die eigentliche Geschichte des Telefons beginnt jedoch erst viele Jahre später. Ihren Grundstein legte unbewusst Samuel Finley, der 1837 den Morsetelegraphen erfand welcher erstmals Signale mit Hilfe elektrischer Leitungen weiterleitete. Hierzu veröffentlichte der Telegraphenbeamte Charles Bourseul 1854 in Paris ein Referat, in dem er theoretische Möglichkeiten vorstellte, nicht nur Signale, sondern auch Sprache auf diesem Wege zu übertragen. Praktische Entwicklungen dazu scheiterten jedoch weltweit, bis Alexander Graham Bell, der „Erfinder des Telefons“, 1876 das erste funktionsfähige Telefon vorstellte.

Die damals eingesetzte Technik, bestehend aus einer Metallmembran, einem Stabmagneten und einem Wandler, wurde in den folgenden Jahren weltweit für alle Telefone genutzt, während das Telefonnetz selbst stetig weiter entwickelt wurde. Telefonkonferenzen wie wir Sie aus der heutigen Zeit kennen waren in der damaligen Zeit noch komplett undenkbar. Das anfangs zur Vermittlung eingesetzte „Fräulein im Amt“ wurde recht schnell vom Automatic Telephone Exchange System des Bestatters Almon Strowger abgelöst, welches erstmals eine automatische Vermittlung der Gespräche ermöglichte und mit zahlreichen Telegraphenmasten und Leitungen an den Straßen einherging, die erst Jahre später unter der erde verschwanden. Da das hierbei genutzte Wahlverfahren noch sehr störanfällig war, entwickelten Techniker bei Siemens&Halske das 1913 patentierte und lange genutzte Impulswahlverfahren, welches gleichzeitig die Geburtsstunde der Wählscheiben-Telefone war.

Erst 1955 brachte das von Bell Telephone Laboratories entwickelte und noch heute genutzte Mehrfrequenzwahlverfahren einen erneuten Sprung in der technischen Weiterentwicklung, aus der schnurgebundene Telefone mit Wahltasten hervor gingen. In den folgenden Jahren sorgen zahlreiche Neuerungen der Elektronik und Computertechnologie dafür, unseren heutigen Telefonen den Weg frei zu machen. Es entstanden Bauteile, welche mechanisch Telefonteile ersetzten und den Grundstein für zusätzliche Funktionen wie Telefonbuch, Rufnummernübermittlung und Kurzwahl legten, um nur wenig später auch das Telefonkabel unnötig zu machen, wodurch die ersten schurlosen Telefone entstanden.


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