Neuer Gegenwind für Googles Buchsuche

Bereits seit geraumer Zeit gerät die von Google betriebene Buchsuche, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, Bücher, die nicht mehr gedruckt werden, auch im Internet auffindbar und zugänglich zu machen, immer wieder in die Kritik.

Nicht zuletzt die Klagen der Authors Guild, einer amerikanischen Organisation die mehr als 8000 Autoren vertritt, und dem ebenfalls amerikanischen Verlegerverband Association of American Publishers brachten Google bereits 2005 in Bedrängnis und gleichzeitig in die Schlagzeilen, wodurch das Projekt erst richtig publik wurde.

Ziel des Unternehmens ist es, mit Google Books, die gesammelten Werke verschiedener Bibliotheken, unter anderem der New York Public Library und der Universitäten Stanford und Havard, zu digitalisieren und der Öffentlichkeit auch über das Internet zugänglich zu machen. Hierbei stehen derzeit jedoch lediglich kleine Ausschnitte der Werke zur Verfügung, welche in der nächsten Zeit ergänzt und dann kostenpflichtig abrufbar gemacht werden sollen.
Bei den ersten Klagen im Jahr 2005 gelang es Google hierbei erst 2008 eine außergerichtliche Einigung mit den Vertretern der Autoren zu erzielen, welche eine Zahlung von 125 Millionen US-Dollar vorsieht, die den Autoren zukommen soll, um deren Anspruch auf Honorar abzugelten. Gleichzeitig ist Google hierdurch berechtigt, die Inhalte der Bücher online bereit zu stellen, die gedruckt nicht mehr erhältlich sind. Autoren, die ihre Rechte durch diese Vereinbarung nicht als gewahrt ansehen, sind auf Grund der Vereinbarung gezwungen, die aktiv mitzuteilen, um die Veröffentlichung ihrer Werke im Internet zu unterbinden.

Noch immer versuchen verschiedene Organisationen allerdings, gegen Googles Buchsuche vorzugehen, da sie hierin eine Möglichkeit sehen, mit der sich das Unternehmen eine Monopolstellung im Worldwide Web verschaffen könnte.
Am populärsten ist darunter die Vereinigung The Internet Archive, welche bereits zahlreiche Mitglieder verbuchen kann, unter denen sich bereits seit einiger Zeit auch bekannte Namen, wie der Anwalt und Autor Scott Gant, welcher so seine eigenen Rechte als Schriftsteller wahren möchte.

Nun verzeichnet die Vereinigung erneut prominente Zugänge. Wie aus einem Bericht des Wall Street Journals hervor geht, traten ihr in der Vergangenen Woche auch Microsoft, Yahoo und Amazon bei, die kein Interesse daran haben dürften, dass der größte Suchmaschinenbetreiber im Internet auch in diesem Bereich eine Vormachtstellung am Markt gewinnt.

Lediglich Microsoft und Yahoo haben sich bereits zu dem Bericht geäußert und die Darstellungen der Zeitung bestätigt, während Amazon bisher keinen Kommentar zu der Berichterstattung abgeben wollte.
Zusätzlich zu diesen bekannten Namen konnte die Organisation außerdem einen weiteren prominenten Anwalt verpflichten. Auch Gary Reback, welcher bereits in den Rechtsstreitigkeiten zwischen Microsoft und Natscape als Vertreter des Softwareunternehmens Microsoft von sich reden machte, steht nun auf der Seite der Gegner von Googles Buchprojekt.

So aufgestellt will die Organisation weiterhin sowohl vor Gericht als auch beim amerikanischen Justizministerium gegen Googles Projekt vorgehen, um zu verhindern, dass der Suchmaschinenbetreiber dieses in absehbarer Zeit durchsetzen kann.


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